Weißes Haus will nationale Stromversorgung modernisieren

21.06.2011

Das Weiße Haus hat verschiedene Maßnahmen vorgestellt, die einen Beitrag leisten sollen, das Stromnetz der USA zu modernisieren und verstärkt smart grid-Technologien anzuwenden. So soll unter anderem das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) Kredite in Höhe von 250 Mio. US$ für die Erneue¬rung des ländlichen Stromnetzes vergeben. Zudem beabsichtigt die Administration, enger mit den nationalen Energieversorgern zusammenzuarbeiten und ein smart grid-Forschungszentrum mit 20 Mio. US$ zu fördern.

Die National Association of Regulatory Utility Commissioners äußerte sich positiv zu den Bemühungen des Weißen Hauses. Der Bericht A Policy Framework for the 21st Century Grid: Enabling Our Secure Energy Future wurde aber auch mit Skepsis aufgenommen. In einer Analyse des Electric Power Research Institute heißt es, dass eine Modernisierung des nationalen Stromnetzes nach heutigen Standards bis zu 476 Mrd. US$ kosten würde. Es sei fraglich, ob die Initiativen des Weißen Hauses ausreichten, weitere Investitionen der Privatwirtschaft anzuziehen. Gegenwärtig geben die Energieversorger der USA lediglich 0,2 Prozent ihrer Umsätze für FuE- und Modernisierungsmaßnahmen aus.

US-Energieminister Steven Chu betonte, dass die Infrastruktur der USA im Vergleich mit anderen Ländern weit zurückgefallen sei. In China könnten Hochspannungsleitungen die durch Wind- und Sonnenkraft generierte Elektrizität über eine Strecke von 2000 Kilometern übertragen. Versuchte man dies in den USA, würden 80% der Elektrizität verloren gehen.

Weitere Informationen unter: http://www.whitehouse.gov/sites/default/files/microsites/ostp/nstc-smart-grid-june2011.pdf

(Erstveröffentlichung in Washington News No. 22 vom 16. Juni 2011, cs)