Konferenz in Washington: Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren über Strategien für mehr Arbeitsplätze und Wachstum

16.05.2012

Hohe Steuern, Gesundheitskosten und der Fachkräftemangel sind momentan die größten Herausforderungen für deutsche Unternehmen in den USA. Deshalb haben deutsche und amerikanische Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft am 16. Mai über Strategien für mehr Arbeitsplätze und Wachstum auf der Konferenz „Manufacturing, Innovation, and Workforce Training: What works in Germany and the US for Jobs and Growth“ in Washington, DC, diskutiert.

Nach einer Einführung der stellvertretenden US-Handelsministerin Rebecca Blank, die Deutschland als einen der wichtigsten Partner der USA herausstellte, diskutierten die Teilnehmer über best practices und aktuelle Herausforderungen. Deutsche Vetreter des produziernden Gewerbes lobten die starke Innovationskraft der USA, die Exportmöglichkeiten und die Motivation der amerikanischen Arbeitnehmer. Auf der anderen Seite stellen eine hohe steuerliche Belastung für Unternehmen, die Kosten der Gesundheitsvorsorge und die Knappheit an betrieblich ausgebildeten Fachkräften auf dem amerikanischen Markt die drei größten Herausforderungen dar. Deutsche Unternehmen wie BMW Manufacturing Co. und der Mittelständler KOMET of America setzen bei der gesundheitlichen Betreuung ihrer Mitarbeiter bzw. bei der Fachkräfteausbildung auf eigene betriebliche Initiativen. BMW baut zum Beispiel derzeit ein eigenes Gesundheitszentrum in South Carolina.

Thomas Zielke, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Washington, DC, erklärt dazu: „Dieser Dialog über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und best practices in Deutschland und den USA ist für die deutsche Wirtschaft von höchster Bedeutung. Über 3.500 deutsche Tochterfirmen beschäftigen hier rund 600.000 Arbeitnehmer. Wir sind sehr froh, dass in der amerikanischen Politik und Öffentlichkeit das Interesse an der Wirtschaft und speziell an Deutschland erheblich gestiegen ist.“

Ausführlich diskutiert wurde außerdem das deutsche System der beruflichen Bildung, das jedoch nicht eins zu eins auf die USA übertragen werden könne. Konsens bestand darüber, dass sich die Unternehmen in den USA stärker in der beruflichen Bildung engagieren sollten, auch bei der Entwicklung nationaler Standards für Ausbildungsgänge.

Die Konferenz „Manufacturing, Innovation, and Workforce Training” fand beim Aspen Institute in Washington, DC, statt. Veranstalter waren neben dem Aspen Institute der Delegierte der Deutschen Wirtschaft (Representative of German Industry and Trade – RGIT) sowie die Deutsch-Amerikanischen Auslandshandelskammern (AHK USA), die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Washington, DC, und das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (German Center for Research and Innovation). 

Konferenz-Videos und weitere Informationen finden Sie hier.

Die Präsentationen in englischer Sprache von Rebecca Blank, stellvertretende US-Handelsministerin, Friedrich Hubert Esser, Präsident Bundesinsitut fuer Berufsbildung (BIBB) und Patrick D. Gallagher, Under Secretary for Standards and Technology:

Präsentation Rebecca Blank

Präsentation Friedrich Hubert Esser

Präsentation Patrick D. Gallagher