DIHK erwartet für das kommende Jahr ein Prozent Wachstum

25.10.2011

Die Unternehmen wollen auch 2012 in Deutschland investieren, Kapazitäten aufbauen und neue Stellen schaffen. Sie sind allerdings erheblich verunsichert. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Für das kommende Jahr erwarte der DIHK ein Wachstum von einem Prozent, berichtete DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, der die Ergebnisse der Auswertung „Wirtschaftslage und Erwartungen im Herbst 2011“ am 19. Oktober in Berlin vorstellte. „Nach zwei hervorragenden Jahren entspricht eine Verlangsamung des Wachstums durchaus einem normalen Konjunkturmuster.“

Für 2011 rechne der DIHK noch mit einem Plus von drei Prozent, so Wansleben weiter. „Das spiegelt sich in einer nach wie vor außergewöhnlich guten Lagebewertung der Unternehmen wider.“

Auf Grundlage der Befragungen durch die Industrie- und Handelskammern prognostiziert der DIHK zudem einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahl: Sie soll 2012 noch einmal um rund 150.000 auf 2,8 Millionen sinken. „Inzwischen ist mehr als jeder zweite Deutsche erwerbstätig – das gab es bislang noch nie“, betonte Wansleben.

„Aber immun gegen eine weltweite Vertrauenskrise ist die deutsche Wirtschaft nicht.“ In den auf mehr als 28.000 Unternehmensantworten, auf denen die Umfrage beruht, werde „eine gehörige Verunsicherung durch die Staatsschuldenkrise und durch die Entwicklungen an den Finanzmärkten deutlich“, so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Die Betriebe befürchteten Eintrübungen bei der Kauflaune und vor allem bei der Investitionsbereitschaft im In- und Ausland.

45 Prozent der Betriebe seien bereits der Auffassung, dass die Wirtschaftspolitik zunehmend zu einem konjunkturellen Risikofaktor werde, berichtete Wansleben – deutlich mehr als in den vorherigen Umfragen.

„Wie selten zuvor kommt es, so die Beurteilung der Unternehmen, in den nächsten Monaten auf die richtigen politischen Weichenstellungen an“, sagte er. „Andernfalls geraten wir schnell in die Gefahr einer Rezession. Umso größer ist jetzt die Verantwortung der Politik.“

Weiterführende Informationen sowie die gesamte Umfrage finden Sie direkt beim DIHK.