BDI-Präsident Keitel: Stärke statt Krise

16.07.2012

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, hat am 16. Juli in Washington zum Thema „Stability and Growth – A Perspective from German Business“ gesprochen (ein Video der Rede ist hier verfügbar). Er hob hervor, dass sich Europa auf seine Stärken besinnen und sich nicht ausschließlich auf das Thema „Krise“ festfahren sollte. Mit 41 Millionen Beschäftigten seien Deutschland und die deutsche Industrie gegenwärtig bestens aufgestellt. Damit gäbe es wieder mehr Konsumenten, mehr Steuereinnahmen, weniger Sozialleistungen und die Beziehungen mit den Gewerkschaften seien gut. Es bestünde aber die Gefahr, dass Deutschland langfristig an seine Grenzen stößt. Hilfsmittel an die anderen Euroländer seien dann schwieriger zu realisieren. Grundsätzlich müsse Europa seine Haushalte konsolidieren und wieder auf Wachstum setzen. Um nicht ihre Souveränität aufzugeben, müssten sich Staaten wieder unabhängiger von den Kräften der Finanzmärkte machen. Project bonds seien eine gute Idee, aber nur umsetzbar, wenn zunächst konkrete Projekte identifiziert worden seien, und identifizierbare Projekte gäbe es zur Genüge in Europa. 

Die Veranstaltung fand im Peterson Institute for International Economics (PIIE) statt und wurde gemeinsam mit dem RGIT und in Kooperation mit der deutschen Botschaft ausgerichtet. Weitere Gespräche führte Keitel u.a. mit Senator Joe Lieberman (I-CT), mit Jay Timmons, Präsident der National Association of Manufacturers (NAM) und mit dem Präsidenten der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank Luis Alberto Moreno.